Gorzow

 

Die Stadt Gorzów Wielkopolski(deutsch: Landsberg an der Warthe) besitzt ein Straßenbahnnetz, welches mit Unterbrechungen seit 1899 im Betrieb ist. In den 40ern wurde es fast vollständig durch einen O-Bus ersetzt, die Schienen blieben jedoch liegen, so daß in den 50er Jahren unter polnischer Verwaltung der Straßenbahnbetrieb wieder aufgenommen wurde.

Heute betreibt man auf drei Streckenästen insgesamt drei Hauptlinien und zwei kleinere Stichlinien. Die Hauptlinien 1-3 fahren alle 15 Minuten(am Wochenende alle 20 Minuten), so daß sich auf den Streckenästen jeweils ein krummer 7,5-Minutentakt ergibt. Die Linien 4 und 5 fahren eher unregelmäßig und bedienen den Hauptbahnhof.

Der Fuhrpark bestand bis Anfang der 90er hauptsächlich aus Wagen des polnischen Standardtyps 105Na. Diese vierachsigen Großraumwagen fahren stets in Traktion(früher gab es auch Solo-Einsätze) und ermöglichen mit ihren vier Türen einen schnellen Fahrgastwechsel. Einige Fahrzeuge wurden wegen des schlechten Zustandes verschrottet, andere wurden ertüchtigt und in andere Städte verkauft. Heute spielen die noch wenigen vorhandenen Exemplare nur noch die zweite Geige. Laut der Internetseite des Betreibers sind noch 17 Stück im Betrieb. Am Wochenende trifft man sie in der Regel nicht an, da hier der Bestand an ex-Kasseler Wagen ausreicht. Der Zustand der Fahrzeuge ist insgesamt eher als schlecht zu bezeichnen und vermutlich werden sie die ersten sein, die bei einer weiteren Übernahme frischer Gebrauchtfahrzeuge ausscheiden.

Die aktuell eingesetzten ex-Kasseler Wagen kamen zwischen 1995-2004 nach Gorzow. Bereits 1990-1991 hatte man aus Kassel eine Stückzahl von vierachsigen Gelenkwagen mit schwebendem Mittelteil vom Typ 4EGTW übernommen, diese schieden jedoch 1999 wieder aus dem Fahrgasteinsatz aus und wurden restlos verschrottet.

Die Wagen mit der typischen DÜWAG-Front wurden von Credé erbaut, die mit der Panorama-Front hingegen von Wegmann. Die Fahrzeuge sind alle nach Lizenz des bewährten DÜWAG GT6 gefertigt und entstanden 1966, 1967 und 1971. Bei allen Fahrzeugen wurde der vorderste Türflügel umfunktioniert zur Tür für die neu eingebaute vom Fahrgastraum separierte Fahrerkabine.

Die Zweirichtungswagen wurden zu Einrichtern umgebaut, die nicht benötigten Türen verschlossen, der hintere Fahrerstand ausgebaut und die Stirnlampe entfernt. Die Gelenkwagen verkehren immer solo, Traktionen sind nicht möglich. Der Zustand der Wagen ist stark unterschiedlich, viele Fahrzeuge sind spürbar am Ende ihrer Lebensdauer angekommen und leider vom Vandalismus gezeichnet, andere hingegen sind noch in einem halbwegs brauchbaren Zustand. Wagen 258 erhielt den Lack der Verkehrsbetriebe und wurde mit Kameras und neuen Anzeigen ausgestattet, er wurde aus dem Straßenbahn-Museum Amsterdam übernommen und ist daher noch relativ "neu" im Fahrzeugbestand.

Es geht los an der westlichen Endhaltestelle Wieprzyce, hier findet sich auch der zweite Bahnhof der Stadt. Die Anreise für Straßenbahn-Interessenten empfiehlt sich ohnehin eher hier, da der Hauptbahnhof nur sporadisch von der Straßenbahn bedient wird. Die Linien 1 und 2 haben hier ihren Start- und Endpunkt.

 

Osiedle Stoneczne

 

Die Endhaltestelle Piaski findet sich im Norden der Stadt. Die Linien 2 und 3 fahren sie an, gelegentlich auch die 5.

 

Die Endhaltestelle Silwana befindet sich im Osten der Stadt. Neben den Linien 1 und 3 wird sie auch von der 4 angefahren.

 

Unweit davon findet sich die Haltestelle Szpital Psychiatryczny.

 

An der Haltestelle Stilon

 

Okalna

 

Rondo Santockie

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