Buckower Kleinbahn

 

 

Die Buckower Kleinbahn wurde im Jahre 1897 eröffnet. Sinn und Zweck war es, Buckow an die Ostbahn anzubinden. Anfänglich in Schmalspur ausgeführt, wurde die Bahn wegen der hohen Nachfrage im Ausflugsverkehr 1930 auf Normalspur umgebaut und erhielt Elektrotriebwagen zum Betrieb. Nebenbei wurde auch Güterverkehr auf der Strecke durchgeführt, der jedoch später wegen mangelndem Bedarf eingestellt wurde. Die Bahn verkehrt zwischen Buckow und Müncheberg, wo Anschluß an die Ostbahn besteht. Unterwegs wird in Waldsieversdorf gehalten.

1981 wurden die Triebwagen der Kleinbahn "rekonstruiert", was einen Quasi-Neubau bedeutete, da offizielle Neubauten in der DDR nach einem RGW-Beschluß nicht mehr erlaubt waren. Im RAW Schöneweide wurden die Altfahrzeuge verschrottet und nur wenige Teile wurden in den "Rekonstruktionen" verwendet. Die Fahrzeuge entstanden aus Teilen der Berliner S-Bahn Baureihe 276, aber auch Teile der Gothawagen wurden verwendet, wie etwa die Motoren. Ähnliche Wagen erhielt die Oberweißbacher Bergbahn, die optisch jedoch stärker an die S-Bahn erinnern als die in Buckow. Die Fahrzeuge in Buckow besitzen etwa nur handbediente Drehfalttüren wie die Halberstädter Regionalbahnwagen, dafür sind Steuerwagen vorhanden.

Die Strecke sollte erneuert werden, doch es kam die Wende dazwischen. Da die Bahn an Bedeutung verlor, wurde der elektrische Betrieb 1993 eingestellt, da die Deutsche Bahn als neuer Betreiber kein neues Unterwerk bauen wollte. Die Strecke wurde anschließend durch Ferkeltaxis bedient, doch auch dies endete 1995. 1996-97 wurde die Strecke nur noch zur Sommersaison bedient, 1998 lediglich an Sommerwochenenden und Feiertagen. Doch im gleichen Jahr sollte der Regelverkehr enden. 1999 gab es noch einen kurzen Pendelverkehr am 20. Juni.

Erst 2002 konnte wieder ein regelmäßiger Betrieb aufgenommen werden. Der Eisenbahnverein Märkische Schweiz e.V. betreibt die Strecke seitdem ehrenamtlich. Zwischen Mai und Oktober verkehrt die Bahn an Wochenenden und Feiertagen stündlich. Doch durch knappe Kassen ist der Betrieb auf Spenden angewiesen. Die Strecke ist in einem etwas abgenutztem Zustand und auch die HU der Fahrzeuge kostet Geld. Der Betrieb erfolgt nicht mehr nach EBO, sondern nach BOStrab, rechtlich gesehen ist es also eine Straßenbahn. Eine Anbindung an die Ostbahn existiert zwar noch, ist allerdings in der Regel geblockt. Im Bedarfsfall kann sie aber noch benutzt werden.

Mittlerweile befinden sich neben den Elektrotriebwagen noch einige E-Loks der Strausberger Eisenbahn sowie verschiedene Loks und Wagen im Besitz des Vereins. Auch ein Berliner S-Bahntriebwagen der Baureihe 477(Viertelzug) wurde übernommen. Dieser soll nach einem Umbau auf Oberleitungsbetrieb zu Schauzwecken zum Einsatz kommen. Jedoch wird dieser Umbau noch einige Jahre dauern, da es an Geld mangelt. Im Bahnhof Buckow befindet sich zusätzlich ein Eisenbahnmuseum.

 

Müncheberg

Buckow

Einer der nicht benutzten Züge, im Hintergrund ist die S-Bahn zu sehen.

E-Lok.

Diesellok, dahinter eine weitere E-Lok, eine kleine Rangierlok und ein Personenwagen.

Innenansichten der Elektrotriebwagen

Der Steuerwagen hat nur an einer Seite einen Führerstand

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